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Smart Home-Waschmaschine zum Nachrüsten


Blog-Serie: Von der Idee zum Produkt

In der Serie „Smart Home-Waschmaschine zum Nachrüsten – von der Idee zum Produkt“ berichte ich von der Entwicklung des laundrify WLAN-Adapters, der dich benachrichtigt sobald die Waschmaschine fertig ist. 


Teil 1 – Entwicklung eines Prototypen

Motivation

Fast zeitgleich mit dem Einzug in ein Haus, bei dem die Waschmaschine nicht mehr wie oft üblich in der eigenen Wohnung sondern in einem separaten Waschraum im Keller stand, kam das Bedürfnis auf, mich benachrichtigen zu lassen, sobald die Waschmaschine fertig ist.

Nicht selten kam es vor, dass ich eine Ladung „Pflegeleicht 40°C – Dauer: 1h47min“ anstellte und den Timer am Handy entsprechend startete. Pünktlich nach 1 Stunde und 50 Minuten ging ich in den Kellerm um die Maschine dann mit einer Restlaufzeit von 0h05min vorzufinden:

Nicht dass 5 Minuten Wartezeit ein ernsthaftes Problem gewesen wären. Wer sich in dieser Situation aber schon einmal wiedergefunden hat, der weiß, dass 5 Minuten in der Welt von Waschmaschinen und Trocknern keine 5 sondern gerne mal 10 Minuten sind. Zu kurz, um wieder nach oben zu gehen und sich seiner ursprünglichen Beschäftigung zu widmen – zu lang, um darauf zu warten, dass die Zeit vorbeigeht.

Es musste also eine Lösung her.  Die Anschaffung einer neuen, „intelligenten“ Waschmaschine war keine Option, da die vorhandene Maschine noch sehr zuverlässig lief. Außerdem scheint sich das „Smart Home“-Feature bei der Anschaffung einer neuen Maschine (noch) stark auf den Preis auszuwirken. Der Gedanke, die vorhandene Waschmaschine selbst nachzurüsten, scheint daher sehr sinnvoll zu sein.

Die erste Recherche führte schnell zu den unzähligen DIY-Lösungen zu diesem Thema (tolletechnik.blogspot.com, technikkram.net, intelligentes-haus.de, siio.de oder meintechblog.de). Eine für den durchschnittlichen Hausmann/-frau unkomplizierte Plug&Play-Lösung schien es nicht zu geben. Grund genug, die eigenen Fähigkeiten im Bereich der Elektrotechnik ein wenig aufzufrischen und der Welt ein weiteres Gadget zu geben, nach dem niemand gefragt hat 😁

Entwicklung des Prototypen

Wie man auf den folgenden Fotos vielleicht erkennen kann, erfolgte die Umsetzung des ersten Prototypen etwas unbeholfen. Nichtsdestotrotz war der Proof of Concept Motivationsschub genug, um die nächste Runde zu starten: die Entwicklung einer etwas professionelleren Platine. Sie sollte in ein universelles Steckergehäuse passen, welches man (mit einem oder besser beiden Augen zugedrückt) auch mal in eine haushaltsübliche Steckdose stecken würde (was mit dem hier gezeigten Prototypen natürlich nicht gemacht wurde ⚡🤪).

Da die Kombination aus Wemos D1 mini und ACS712 (mittlerweile abgekündigt) mit isoliertem Schaltnetzeil (HLK-PM01) beim Prototypen schon gut funktionierte, sollte das Ganze in Form einer platzsparenden Sandwich-Schaltung realisiert werden. Die Entwicklung des PCB-Layouts gestaltete sich nach einer kurzen Einfindungsphase in Eagle recht einfach. Die Herstellung der Platine wurde bei einem hiesigen Dienstleister beauftragt, in der Hoffnung auf eine Unterstützung bei den ersten Gehversuchen. Wie sich herausgestellt hat, unterschied sich der Service nicht von den chinesischen Dienstleistern à la pcbway oder seeed. 


Der Artikel ist der erste Teil der Serie „Von der Idee zum Produkt“. In den folgenden Teilen werde ich von der Entwicklung der App, die Weiterentwicklung des Geräts, die Auswahl eines passenden Lieferanten sowie den Herausforderungen bei der Zulassung berichten. Falls du Anmerkungen, Rückfragen oder Wünsche hast, melde dich gerne per Mail.